Vorzeitige Ejakulation
Wenn die Beziehung daran scheitert - Ein typisches Beispiel
Es gibt viele Paare, für die die vorzeitige Ejakulation des Mannes zur Regel geworden ist. Für solche Paare ist diese Situation eine wahre Belastungsprobe für die gesamte Beziehung. Nicht selten scheitern Beziehungen an diesem Problem. Oft ist den Paaren dann gar nicht bewusst, was der eigentliche Grund für die Trennung ist. Die sexuelle Frustration, die entstanden ist, tritt bei der Trennung nur selten wirklich in den Vordergrund. Vielmehr werden andere Gründe gefunden, die allerdings lediglich die Enttäuschung und die angestauten negativen Gefühle widerspiegeln. So wurde vor einigen Jahren während einer Paartherapie folgender Fall dokumentiert. Die Namen aller Beteiligten wurden geändert.
Martin und Nathalie waren für ihre Freunde und Bekannten immer der Inbegriff einer glücklichen Liebesbeziehung. Niemand hätte je gedacht, dass die beiden sich jemals trennen würden, geschweige denn, dass sie sexuelle Probleme hätten. Die beiden hatten sich beim Studium kennen gelernt. Beide studierten das gleiche Fach, sie im ersten Semester und er im dritten. Wenige Monate später wurde Nathalie schwanger und sie heirateten. Sie bekamen eine Tochter und zwei Jahre später einen Sohn. Beide freuten sich sehr über die Geburt der Kinder.
Als sich im dritten Jahr der Ehe die ganze Großfamilie und viele Freunde des Paares zusammenfinden, um die Taufe der Kinder zu feiern, vermutet niemand, dass es in der Ehe schon längst kriselt und beide Partner über eine Trennung nachdenken. Sowohl Nathalie als auch Martin wirken glücklich und ausgelassen. Besonders wie sie sich gemeinsam um die Kinder kümmern, ohne dass es je zu Unstimmigkeiten oder gar Streit kommt, ist für das Umfeld der kleinen Familie Anlass zur Freude. Niemand macht sich wegen den beiden Sorgen.
Doch schon zu diesem Zeitpunkt sind die Probleme da, die letztendlich zum Scheitern der Ehe führen werden. Martin und Nathalie ist bewusst, dass Sie ein sexuelles Problem haben, doch sie reden nie darüber. Nur einmal am Anfang der Beziehung gab es ein kurzes Gespräch über das Thema. Die Situation verlief folgendermaßen:
Es war das dritte Mal, das die beiden Sex hatten. Schon bei den ersten beiden Malen ist Martin nach wenigen Minuten gekommen. Nathalie hatte geglaubt dies läge an der anfänglichen Aufregung. Sie hatte sich sogar irgendwie geschmeichelt gefühlt, wie sie später sagte. Das schnelle Kommen von Martin hatte für sie bedeutete, dass er sie sehr begehrt, so sehr, dass er sich selbst kaum unter Kontrolle hat. Sie hatte so etwas auch bei ihrem vorigen Freund erlebt, bei dem das Problem allerdings nur ein einziges Mal aufgetreten war.
Martin hingegen konnte der Situation überhaupt nichts Gutes abgewinnen. Ihm war es schon beim ersten Mal total peinlich. Aber auch er schob es auf die Aufregung des ersten Mals. Immerhin war dies seine allererste Erfahrung mit einer Frau gewesen und „da kann es schon einmal passieren, dass man gleich abspritzt“ hatte ein guter Freund ihm einen Tag später gesagt. Als es allerdings auch beim zweiten und schließlich auch beim dritten Mal passierte, fasste Martin sich ein Herz und sprach Nathalie auf das Problem an.
Da er, nachdem er gekommen war, Nathalie immer noch mit dem Mund befriedigte und sie auch wenige Minuten später kam, fühlte sie sich nicht unbefriedigt, was sie Martin auch sagte. Allerdings verschwieg sie, dass sie schon gern länger als nur wenige Minuten „richtigen Sex“, wie sie es nannte, mit Martin gehabt hätte.
Als die Paartherapie beginnt, sind die Kinder fünf und sieben Jahre alt. Sowohl Martin als auch Nathalie sagen, dass Sie sich schon längst getrennt hätten, wenn die Kinder nicht gewesen wären. Während der sieben Jahre, in denen die beiden zusammen waren, gab es wie in jeder Beziehung bessere und schlechtere Zeiten. Das Jahr bevor sich Martin und Nathalie entschlossen hatten einen Therapeuten zu Rate zu ziehen, war jedoch für beide das schlimmste. In diesem Jahr, hat einfach gar nichts mehr gestimmt. Selbst Freunde des Paares wurden nun darauf aufmerksam, dass der Haussegen schief hing. Immer öfter kam es auch vor anderen zum Streit, besonders auf Festen und wenn Alkohol im Spiel war. Bei diesen Anlässen ließ Nathalie kaum eine Gelegenheit aus ihren Mann vor anderen zu kritisieren. Während Martin sie anscheinend mit Absicht provozierte. Selten waren die beiden in der Lage sich mit Verständnis und Mitgefühl zu begegnen. Immer wieder kam es dann auch vor den Kindern zum Streit. Oft ging es nur um Kleinigkeiten. Martin und Nathalie schaukelten sich dabei allerdings dermaßen hoch, dass schon der geringste Vorfall Anlass für gegenseitiges Beleidigen und lautes Anschreien bot.
Schließlich hielten Sie es beide nicht mehr aus und suchten einen Therapeuten auf. Sie begriffen, dass sie ihre Probleme ohne fremde Hilfe nicht lösen können. Schon nach wenigen Sitzungen wurde klar, wo das eigentliche Problem der beiden lag. Es war nicht nur so, dass sie, abgesehen von den Kindern, keine gemeinsamen Interessen mehr hatten. Auch dass Nathalie nach der Geburt der Kinder ein paar Kilo zugenommen hatte, war für Martin ein Thema geworden. Dabei war der Gewichtsunterschied kaum sichtbar. Martin störten die paar Kilo eigentlich gar nicht. In Wirklichkeit war es eher so, dass Martin diesen Punkt immer nur dann anbrachte, wenn er das Gefühl hatte, er müsse sich gegen Nathalies Vorwürfe, er sei ein schlechter Ehemann, zur Wehr setzten.
Die entscheidende Frage des Therapeuten war aber: wann hatten Sie das letzte Mal Sex? Als diese Frage raus war schauten sich beide seit langem Mal wieder richtig in die Augen und plötzlich wurde ihnen klar, dass sie sich beide nicht mehr erinnern konnten, wann sie das letzte Mal intim miteinander gewesen waren.
Nathalie: „Irgendwann haben wir es wohl einfach gelassen. Man hat ja auch nicht unbedingt Lust, wenn man sich die ganze Zeit streitet. Und dann sind da ja auch noch die Kinder. Man hat ja auch kaum mal eine freie Minute Zeit für sich.“
Martin: „Sex war noch nie so ein wichtiger Punkt in unsere Beziehung. Seitdem die Kinder da sind, haben wir das Thema ganz schön in den Hintergrund geschoben. Früher war es schon gut, der Sex. Besonders am Anfang war alles sehr aufregend, aber heute, nach allem was passiert ist, kann ich mir, um ehrlich zu sein, kaum vorstellen wieder Sex mit ihr zu haben. Na ja, schön wäre es vielleicht schon, aber sie will ja scheinbar auch gar nicht mehr.“
Bereits in der nächsten Sitzung klärten sich viele Dinge. Zum ersten Mal sprachen beide offen über ihre Gefühle und Gedanken. Nathalie erzählte, woran es lag, dass sie nur selten Lust auf Sex hatte. Dabei kam heraus, dass die Kinder nicht unbedingt der Hauptgrund für Ihre Lustlosigkeit waren. Es war vielmehr so, dass Nathalie der Sex mit Martin langweilig geworden war. Es gab schon seit einigen Jahren andere Dinge, die sie einfach mehr beschäftigten. Außerdem hatte sie, selbst wenn sie dabei kam, oft ein schlechtes Gefühl, weil sie wusste, dass es Martin unangenehm war, dass er immer so schnell fertig war und sie „nur“ mit dem Mund befriedigen konnte. Manchmal kam sie aber auch selbst gar nicht und spielte Martin stattdessen den Orgasmus vor, noch bevor er kam. Dadurch fühlte sie sich allerdings noch schlechter, da sie immer das Gefühl hatte, Martin würde insgeheim merken, dass sie gar nicht wirklich zum Orgasmus kam. Außerdem half das auch nichts. Umso erregter sie wirkte, während Martin in ihr drin war, desto schneller kam er.
Martin hingegen traute sich kaum mehr Nathalie auf Sex anzusprechen, geschweige denn den ersten Schritt zu machen, da er einerseits Angst hatte, Nathalie könne ihn abweisen und andererseits befürchtete, er würde wieder viel zu früh kommen. Außerdem hatte er, wie sich später herausstellte, das begründete Gefühl, dass Nathalie ihm ihre Orgasmen gelegentlich nur vorspielte, weil sie entweder gar keine richtige Lust hatte oder ihn nicht enttäuschen wollte. Dies hatte auch schon oft dazu geführt, dass er, als Nathalie doch einmal bereit war, sich ihm hinzugeben, schließlich gar keine Erektion bekam. Gerade in solchen Situationen waren beide mehr als entmutigt und keiner sagte mehr ein Wort. Beide schliefen einfach ein, so als sei nichts passiert und am nächsten Morgen schien alles vergessen. Jedoch waren sie auch beim Frühstück noch mit den Erlebnissen des letzten Abends beschäftigt. Martin fühlte sich einmal mehr als Versager und Nathalie fühlte sich von Tag zu Tag unattraktiver und glaubte nun schon selbst daran, dass die wenigen Kilo, die sie durch die Schwangerschaften zugenommen hatte, sie wahnsinnig unansehnlich geradezu abstoßend gemacht hätten.
Durch diese entmutigende Situation wurde die Kluft zwischen den beiden von Mal zu Mal tiefer. Je öfter solche Pannen auftraten und sie nicht darüber sprachen, desto schwieriger wurde es für das Thema anzusprechen. Schließlich war es normal, es wurde nicht mehr darüber geredet. Als im Zuge der Therapie all diese Dinge gesagt worden waren, gab es für beide keine Hoffnung mehr auf ein gemeinsames Leben. Besonders für Martin, der immer sehr großen Wert auf Ehrlichkeit und gegenseitiges Vertrauen gelegt hatte, gab es nun kein Zurück mehr. Einvernehmlich beschlossen sie, sich endgültig und im Guten zu trennen. Mittlerweile sind sie enge Freunde. Die Kinder leben bei Nathalie und ihrem neuen Lebensgefährten. Martin sieht sie jedes Wochenende, manchmal auch öfter. Wenn Nathalie Unterstützung braucht ist er für sie da.
Martin hingegen hat keine neue Lebensgefährtin, doch er geht oft aus und lernt gelegentlich auch Frauen kennen. Er findet es komisch, dass er mit diesen Frauen Sex haben kann, oft sogar ohne innerhalb der ersten halben Stunde zu kommen. Nicht nur die verschiedenen Techniken, um seine Ejakulation hinauszögern, die er seit der Therapie anwendet, sondern auch die veränderte Haltung, die er den anderen Frauen gegenüber einnimmt, tragen dazu bei, dass er mittlerweile viel entspannter Sex haben kann.
Martin: „Ich kann mir auch nicht richtig erklären, warum der Sex mit nahezu fremden Frauen funktioniert und mit meiner eigenen Frau nicht. Vielleicht liegt es einfach daran, dass dieser große Druck nicht mehr da ist. Ich habe nicht mehr das Gefühl beeindrucken zu müssen oder dass unerfüllbare Erwartungen an mich gestellt werden.“
Trotzdem findet Martin es ein bisschen schade, dass er bisher keine feste Freundin gefunden hat. Er meint, dass er vielleicht auch mit Nathalie soweit hätte kommen können, wenn sie nur öfter miteinander geredet hätten, eben nicht erst als es schon zu spät war.
Lesen Sie hier Schritt für Schritt weiter:
» Was tun, damit es nicht erst soweit kommt?
» Der beste Zeitpunkt für ein ernstes Gespräch
» Tipps für die Frau
» Emotionale Ursachen
» Techniken gegen den vorzeitigen Samenerguss
» Technik 1 - Tief durchatmen
» Technik 2 - Griff um die Peniswurzel oder die Eichel
» Technik 3 - Kurze Unterbrechung
» Technik 4 - Konzentration
» Technik 5 - Vorher schon mal kommen
» Wie kann die Frau der vorzeitigen Ejakulation entgegenwirken?
» Spaß auch ohne Erektion
» Wenn die Frau nicht zum Orgasmus kommt
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